Schadenprävention und natürliche Gewässer – eine gesellschaftliche Aufgabe
Der Wert des Wassers
Was haben Hochwasserprobleme und naturferne, kanalisierte Gewässer gemeinsam? Oder von der anderen Seite betrachtet: Was verbindet Förderung und Pflege natürlicher Gewässer und angepasste Nutzung amphibischer Bereiche im Sinne des „Lebens mit dem Wasser“?
In beiden Fällen ist es der Wert, den die Gesellschaft und der Einzelne dem Wasser beimessen. Im ersten Fall ist dieser sehr gering und das Wasser wird verdrängt – aus Nutzflächen und aus Blick und Bewusstsein. Im zweiten Fall eignet dem Wasser ein Wert und es wird ihm ein Raum zugesprochen.
Sprechen wir von Schäden und Bedrohung, so verharren wir in der Sichtweise, in der das Wasser ein Störfaktor ist für unsere Geschäfte und Anliegen und jeder präventiven Bemühung wird nur ein geringer und vorübergehender Erfolg beschert sein. Interesse und Energie richten sich auf die Nutzintentionen, denen die Hochwassersituation nur eine Behinderung ist.
Gelingt es aber, das Wasser, seine Qualität und Präsenz in positiver Weise ins Bewusstsein zu heben und eine Wertschätzung dafür in einer Gesellschaft zu verankern, so kann sich eine Intention entwickeln, den Belangen des Wasser Raum und Berechtigung einzuräumen und diese zu kultivieren.
Nachhaltigkeit als gesellschaftliche Entwicklungsaufgabe
Dort liegen die Ansätze für nachhaltige Wege des Wasser- und Hochwasserrisikomanagements, in einer gesellschaftlichen Werteverankerung. Dabei können die Werte durchaus mit den Nutzwerten übereinstimmen, wie in der Wertschätzung der Schönheit einer natürlich-amphibischen Umgebung.
Wo diese Werte sich aber nicht in direkte Nutzwerte übersetzen lassen, führt die Problemstellung in die Mitte eines aktuellen, zeit-gesellschaftlichen Themas: Nachhaltigkeit und die darin verankerte Frage, wie viel Bereitschaft eine Gesellschaft und ihre Glieder aufbringen, ihre eigenen kurzfristig-aktuellen Ansprüche nicht als absolut zu leben, sondern sie im Abgleich mit übergeordneten, weiterreichenden Werten als relativ einzustufen, entsprechend zu behandeln und ggf. zu verändern.
Der nachhaltige Umgang mit Wasser ist somit eine gesellschaftliche Aufgabenstellung und mit der aufgezeigten Perspektive vereinen sich unter dieser Aufgabenstellung sowohl die Fragen der Hochwasserschadenvorsorge als auch die der ökologischen Gewässerbewirtschaftung: Wasserrahmenrichtlinie und Hochwasser-Richtlinie unter dem gemeinsamen Dach einer wertbasierten Gesellschaftsentwicklung.
In diesem Sinne und mit dieser Zielsetzung versteht WasserLand sein Engagement in allen Aufgabenfeldern als Teilbereiche der vernetzten Aufgabe der Entwicklung zur Nachhaltigkeit im Umgang mit Wasser in der Gesellschaft.